Nachruf Karin Gerstenberg

Am Freitagabend, den 03. März 2017, ist wenige Monate vor ihrem 80. Geburtstag Karin Gerstenberg verstorben.

Mit Betroffenheit und Trauer haben Vorstand, Mitarbeiter und Mitglieder der Bückeburger Tafel e.V. diese traurige Nachricht zur Kenntnis nehmen müssen.

Frau Gerstenberg hat im Mai 2000, zusammen mit Pastor Brunzema und einigen Damen vom Deutschen Roten Kreuz die Bückeburger Tafel begründet und bis zu ihrer Verabschiedung am 14. Januar 2017 über 16 Jahre geleitet.

Sie hat diese ehrenamtliche Tätigkeit mit vorbildlicher Einsatzbereitschaft und großer persönlicher Hingabe erfolgreich ausgeführt und im Sinne christlicher Nächstenliebe vorgelebt.

Dafür danken wir von Herzen und werden uns die Erinnerung an Frau Karin Gerstenberg auch in Zukunft bewahren.  

Vorstand, Mitarbeiter und Mitglieder der Bückeburger Tafel.

Laudatio von Wolfgang Raschke zur Verabschiedung von Karin Gerstenberg

Ich darf Sie zur heutigen Feierstunde der Bückeburger Tafel recht herzlich begrüßen und bedanke mich, dass Sie gekommen sind.

Gestatten Sie mir, dass ich Herrn Bürgermeister Reiner Brombach, Frau Claudia Walderbach vom Paritätischen Wohlfahrtsverband Schaumburg, Herrn Bernd Koller den Präsidenten des Kreisverbandes Schaumburg des DRK sowie die ehemaligen Vorsitzenden der Tafel Herrn Pastor Brunzema und Herrn Heinrich Heitmann namentlich und besonders herzlich willkommen heiße.

Ich darf auch die persönlichen Gäste von Frau Gerstenberg und von Frau Rinne, die anwesenden Verantwortlichen diverser Tafeln, die anwesenden Sponsoren und die anwesenden Mitglieder und Mitarbeiter der Bückeburger Tafel aufs Herzlichste begrüßen.

Der Philosoph Heraklit von Ephesos (520-460 v. Chr) sagte treffenderweise: „Nichts ist so beständig als der Wandel“. Dies gilt auch für eine so beständige Einrichtung, wie es die Bückeburger Tafel ist. Auch diese unterliegt gelegentlich einem Wandel, zu dem ich nach einer kurzen Vorstellung des Tafel-Gedankens und der Tafel-Organisation kommen werde.

Die deutsche Tafelgeschichte findet ihren Ursprung 1993 in Berlin, als es darum ging, die zahlreichen Obdachlosen mit Essen zu versorgen.

Ein genialer Gedanke war geboren, nämlich Lebensmittel, die gewerblich nicht mehr veräußert werden können, einer Einrichtung zu übergeben, die damit, nach entsprechender Aufbereitung, Bedürftige unterstützen kann.

Selbstverständlich sind alle Lebensmittel, die durch die mittlerweile  920 Tafeln in Deutschland ausgegeben werden, in einem hygienisch einwandfreien Zustand.

Immer mehr Hersteller und Discounter schließen sich dieser Bewegung an und ich darf mich an dieser Stelle bei ALDI, BAUERNGUT, EDEKA, KAUFLAND, LIDL, NAHKAUF, NETTO, PENNY, Bäckerei SCHÄFER und WEZ sehr herzlich für die Unterstützung der Bückeburger Tafel bedanken.

Ich möchte mich aber auch bei denjenigen bedanken, die uns durch Geldzuwendungen helfen. Ebenso bedanke ich mich beim Schuhhaus Niemann und dem Kaufhaus Schild, die uns Gutscheinaktionen für Kinder ermöglichen.

Dank der Mitglieder und dank der ehrenamtlichen Mitarbeiter kann die Bückeburger Tafel ihren satzungsgemäßen Auftrag personell nach wie vor erfüllen und die Warenausgabe an Alleinerziehende, an Rentner und Rentnerinnen, an Hartz IV-Empfänger und an Asylsuchende 3-mal die Woche sicherstellen.

Dass die Bückeburger Tafel voll einsatzfähig ist, ist vor allem einer Person zu verdanken, nämlich Frau Karin Gerstenberg.

Frau Gerstenberg † feiert im kommenden Mai einen weiteren runden Geburtstag und hat dies zum Anlass genommen, ihre Aufgaben in jüngere Hände zu legen.

Frau Gerstenberg wurde vor dem II. Weltkrieg geboren und war bei Kriegsende 8 Jahre alt. Der Vater war vor Stalingrad gefallen und die Mutter war sehr stark an Asthma erkrankt, so dass die Kindheit von Frau Gerstenberg und Ihrem Bruder geprägt war von der steten Sorge um die Mutter, da deren frühes Ableben nicht nur den Verlust der Mutter sondern auch eine Heimunterbringung zur Folge gehabt hätte.

Die Kindheit von Frau Gerstenberg und Ihrem Bruder war daher keineswegs unbeschwert.

Aus Bückeburg bzw. aus Stadthagen stammend, hat Frau Gerstenberg zunächst in Essen gelebt und im Tapetengeschäft ihres ersten Mannes mitgearbeitet. Nach dem Tod ihres Mannes, zog sie 1982 zurück nach Bückeburg, hat erneut geheiratet und hat im ev. Altenheim bei dem damaligen Leiter des Altenheims, Herrn Peter Oberheide, der ebenfalls anwesend ist, gearbeitet.

Im Jahr 2000 wurde Frau Gerstenberg pensioniert.

Fast zeitgleich hat Pastor Brunzema im Mai 2000 die Bückeburger Tafel ins Leben gerufen und konnte Frau Karin Gerstenberg als verantwortliche Mitarbeiterin gewinnen.

Mit großer Leidenschaft und einem vorbildlichen Maß an persönlicher Einsatzbereitschaft hat Frau Gerstenberg ihre Aufgabe übernommen und hat gleichzeitig als aktive Rot-Kreuz-Schwester eine größere Anzahl „Rotkreuzlerinnen“ als personellen Grundstock in die Tafel miteingebracht.

Werte Damen des DRK, ich hoffe, dass sie auch nach dem Ausscheiden von Frau Gerstenberg bei der Tafel tätig bleiben werden.

Als es Pastor Brunzema gelungen war Herrn Heitmann für die Tafel zu gewinnen, war das erfolgreiche Wirken der Tafel gesichert, da Herr Heitmann als ehemaliger Bankdirektor eines hiesigen Geldinstituts eine Vielzahl von Sponsoren überzeugen konnte, die Tafel entsprechend zu unterstützen.

Die näheren Umstände der Tafelgründung und der damaligen Situation werden Pastor Brunzema und Herr Heitmann möglicherweise in ihrem Grußwort aufgreifen.

Die Tafel in Bückeburg – das ist Frau Gerstenberg!

Etwas mehr als 15 Jahre lang hat Frau Gerstenberg die Tafel geführt und obendrein auch noch den Ortsverband Bückeburg des DRK als Vorsitzende geleitet.

Der Aufbau z.B. eines soliden Mitarbeiternetzes, die Organisation aller notwendigen Betriebsabläufe, die Belieferung von insgesamt 32 weiteren Tafeln, der Warenaustausch innerhalb des Systems „Tafel“ und letztlich die Warenbereitstellung und Warenausgabe an unsere etwa 2000 Kunden kennzeichnen das vielfältige Aufgabenfeld, dem sich Frau Gerstenberg in den vergangenen Jahren selbstlos und mit großem Erfolg gestellt hat.

Das Leben für Frau Gerstenberg wurde in den letzten Jahren durch eine nahezu ausschließliche Hinwendung für die Tafel und für den Ortsverband des DRK bestimmt.

Nun ist es an der Zeit, ihnen Frau Gerstenberg, für ihre über 15 Jahre andauernde Tafel-Tätigkeit Dank zu sagen. Sie haben sich mit ihrer gesamten Persönlichkeit in den Dienst dieser Gemeinschaft gestellt und ohne Sie würde es die Bückeburger Tafel in heutiger Form nicht geben.   

Die Bückeburger Tafel ist ihr Lebenswerk!

Ich danke ihnen und allen, die sie unterstützt haben, sehr herzlich für ihren unermüdlichen Einsatz und wir Alle wünschen Ihnen für ihre Zukunft Gesundheit und Alles Gute.

Obgleich die Notwendigkeit von Ehrenamt generell gesehen wird  und angeblich die Zahl der Personen, die ein Ehrenamt ausüben, zunimmt, sieht die Praxis bzgl. der Verfügbarkeit von Ehrenamtlichen doch vielfach anders aus. Es ist keineswegs einfach oder gar selbstverständlich, Menschen zu finden, die unentgeltlich ihre freie Zeit zur Verfügung stellen und bereit sind Verantwortung zu übernehmen. Ehrenamt bedeutet eben nicht nur sich selbst für eine bestimmte Aufgabe zur Verfügung zu stellen, sondern kann auch die Inkaufnahme von gelegentlichen Schwierigkeiten bei der Umsetzung bedeuten; d.h. Ehrenamt ist nicht nur Vergnügen!

Die bisherige Aufgabe in der Bückeburger Tafel, wie sie von Frau Gerstenberg von Montag bis Freitag jeder Woche, Monat für Monat und Jahr für Jahr wahrgenommen worden ist, ist in dieser Form der  Inanspruchnahme einer einzigen Person ehrenamtlich nicht mehr zu leisten, daher wird der bisherige Gesamtauftrag der Tafel auf mehrere Schultern verteilt.

Dies bedeutet einen tiefgreifenden Strukturwandel zu vollziehen und die Binnenstruktur der Tafel so anzupassen, dass die Aufgaben der Bückeburger Tafel auch in Zukunft erfüllt werden können.

So bilden wir folgende Teams:

- das Team „Logistik“ unter Leitung von Herrn Hermann Birkert, das
  für den Warentransport verantwortlich zeichnet, und unter
- Frau Christine Baumgärtner und Frau Irina Bauer haben wir zwei
  verschiedene Teams für die Warenaufbereitung, um die Waren in
  einem einwandfreien Zustand anbieten zu können.

Koordiniert und geleitet wird das Ganze von der Leiterin des Innendienstes, nämlich Frau Brigitte Rinne, die ich ihnen hiermit als Verantwortliche der Bückeburger Tafel vorstellen darf.

Ihre wesentlichen Aufgaben als Leiterin des Innendienstes sind:

-  Die Waren von den bereits genannten Sponsoren abholen
   zu lassen und den Warenaustausch mit anderen Tafeln zu
   organisieren,
-  die Waren zur Ausgabe vorbereiten zu lassen,
-  die Warenausgabe an unsere Kunden zu organisieren,
-  die ggf. notwendige Lagerhaltung an Waren zu über-
   nehmen und
-  den Personaleinsatz zu koordinieren und die Mitarbeiter
   und Mitarbeiterinnen zu motivieren.

In Zusammenarbeit mit Frau Gerstenberg ist es gelungen, Frau Brigitte Rinne für die umfangreiche Aufgabe als Leiterin des Innendienstes der Bückeburger Tafel zu gewinnen.

Frau Rinne wurde in der Mitte des letzten Jahrhunderts in Dorfmark in der Lüneburger Heide geboren. Nach ihrer Ausbildung zur Verkäuferin war sie zunächst in ihrem Heimatort als Verkäuferin  tätig.

Nachdem Amor´s Pfeil sie getroffen hatte, ist sie 1969 nach Seegebruch gezogen und hat in Hespe bei der Firma Graf im Lebensmittelbereich gearbeitet. Frau Rinne ist verwitwet und hat zwei Kinder.

Seit 2 Jahren ist Frau Rinne bei der Bückeburger Tafel im Bereich der Warenausgabe und des direkten Kundenkontakts eingesetzt.

Frau Rinne ist als ehemalige Filialleiterin einer Bäckerei, die gelernt hat

- Entscheidungen zu treffen,
- Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu führen und
- Verantwortung zu übernehmen

für die neue Aufgabe bestens gerüstet und kann sich auf die Unterstützung durch Vorstand, Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen verlassen.

Ich danke Ihnen, werte Frau Rinne, für Ihre Bereitschaft die Tafel an herausgehobener Position zu führen, ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit Ihnen und ich wünsche Ihnen viel Erfolg und alles Gute für diese segensreiche Tätigkeit bei der Bückeburger Tafel.

Vorgetragen von Wolfgang Raschke

Liebe Gäste und liebe Kunden

Unsere motivierten Helfer

...denken Sie bitte immer daran, dass alle Helfer bei uns ehrenamtlich für Sie arbeiten. Sie möchten helfen, freiwillig und ohne dafür ein Entgelt zu erhalten.

Die Bückeburger Tafel ist keine Einrichtung der Stadt Bückeburg.

Wir erhalten auch keine Förderung oder finanziellen Mittel von der Stadt, dem Landkreis oder dem Land Niedersachsen.

Die Arbeit ist körperlich anstrengend. Deshalb sollten Sie liebe Gäste, liebe Kunden den freiwilligen Helfern und ehrenamtlichen Mitarbeitern mit dem gleichen Respekt und der gleichen Wertschätzung begegnen wie Sie es von uns erwarten.

Bilder vom 15. Geburtstag der Tafel

Nach dem Frühstück saß man noch in gemütlicher Runde beisammen
Das Frühstück schmeckt ...
Die Fahrer der Tafel an einem Tisch ...
Frau Sommer, Frau Springer und Frau Gerstenberg einmal nicht bei der Arbeit ...
Zufriedene Gesichter nach dem Früstück ...
Neben der vielen Arbeit kann es auch lustig zugehen